In anderen Räumen – Kleine Stilkunde „Environment“

Zum Wunsch vieler Teams, dass Unternehmensräume endlich anders gestaltet werden, inspirierender, kommunikativer, behaglicher, emotional, intellektuell, künstlerisch intelligenter, passt die aktuelle Ausstellung im Haus der Kunst München. Sie lädt uns ein, Räume mit allen Sinnen zu erleben.

Was bedeutet „Environment“ in der Kunst?

Aber erst einmal: Was versteht man eigentlich unter „Environment“ oder „Environmental Art“? Die Bedeutung aus dem englischen führt uns schon mal zur richtigen Interpretation. Es geht um den Raum, die Umgebung. Der Künstler Lucio Fontana verwendete den Begriff zum ersten Mal, nachdem er mit anderen Künstler:innen 1948 die Gruppe „Movimento speziale“ gründete. Wahrscheinlich haben Sie von ihm gehört – oder Bilder gesehen, bei denen er die Leinwände aufschlitzte, um einen dreidimensionalen Effekt zu erreichen.

Wenn ich Kunstwerke in Unternehmen bringe, sind die meisten erstaunt, wie sehr sich dadurch Räume verändern. Wie sich die Stimmung ändert. Die Künstler:innen der Environmental Art wollten mit ihren Interventionen noch ein Stück weiter gehen. Sie nahmen den ganzen Raum in Angriff. Heute sprechen wird dann oft von „Installationen“.

Pionierinnen

Pionierinnen dieser Kunstrichtung können wir in München hautnah erleben. Die Materialien so grosser Werke werden meist in anderem Kontext wieder verwertet, auf jeden Fall aber abgebaut. Es war also eine echte Detektivarbeit für die Kurator:innen, herauszufinden wie die Räume gebaut waren – und sie dann so detailgetreu wie möglich wieder für uns zu rekonstruieren.

Beeindruckend, was wir so erleben können (und qualitativ anders, als der gerade herumziehende Immersivkitsch, mit dem berühmte Kunstwerke zu digitalen Grossprojektionen aufgebläht werden, für die sie nie gedacht waren). Da ist die riesige „Spectral Passage“ der litauischen Künstlerin  und Architektin Aleksandra Kasuba, bei der wir in sieben Farbräume eintauchen können. Wir stehen im Windkanal mit 40 Knoten, den uns Laura Grisi aus Rhodos vermittelt. Lea Lublin, die in Polen und Paris arbeitete, lässt uns erfahren, wie es eigentlich ist, sich durch einen Geburtskanal zu zwängen. Inspiriert von Yayoi Kusama führt uns Nanda Vigo aus Mailand in einen Raum grenzenloser Spiegelungen. Im Federnraum der amerikanischen Künstlerin Judy Chicago gibt es Leichtigkeit pur.

Eine Ausstellung, die zeigt, wie anders Räume aussehen können. Lassen Sie sich inspririeren!

Dafür bin ich gern an Ihrer Seite, herzlich Ihre Eva Mueller

Trailer zur Ausstellung: https://www.hausderkunst.de/eintauchen/inside-other-spaces-environments

Ein Stockwerk über den „Environments“ ist die grossartige Musikerin, Choreografin, Filmerin Meredith Monk zu erleben – unbedingt auch ansehen und anhören!

Abb.: Aleksandra Kasuba „Spectral Passage“ in der Ausstellung „In anderen Räumen. Environments von Künstlerinnen 1956 bis 1976“ im Haus der Kunst, München bis zum 10.3.2024

 

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