eva muellers visionary sunday post 629 – kunstmuseum basel

Versammlung der Gigant:innen

in jedem Bereich gibt es die Grossen ihrer Zunft. Die etwas ganz Neues in die Welt bringen. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Etwas aussprechen oder darstellen können, das viele Menschen bewegt. Prägend für alle, die nach ihnen kommen.

Das Kunstmuseum Basel versammelt gerade so viele Gigant:innen der Kunst, dass es mir schwer fällt eine Auswahl zu treffen.

Zwei international äusserst erfolgreiche Künstlerinnen verknüpft die Ausstellung „The Violence of Handwriting Across a Page“, in der Jenny Holzer, eine der bedeutendsten zeitgenössischen Künstlerinnen das Werk der hochdotierten Louise Bourgeois kuratiert. Von Jenny Holzer haben Sie bestimmt schon irgendwo eine ihrer provokanten, immer zum Nachdenken anregenden Sprüche gesehen, die sie gerne in den öffentlichen Raum so einschleust, als wären sie bekannte Werbetafeln. Bis man den Text genauer liest.

Von Louise Bourgeois kennt man wohl die subtilen Zeichnungen und grossen Rauminstallationen. In Basel sind nun daneben auch die vielfältigen psychoanalytischen Schriftbilder zu sehen, ihre Tagebücher und Briefwechsel.

„Kerben und Kanten“ Holzschnitte und Skulpturen von Hermann Scherer entdeckt man im Neubau. Die neuseeländische Künstlerin Ruth Buchanan fragt nach unserer Teilhabe und unserem Einfluss, wie wir die Welt gestalten. „Wann beginnt die Gegenwart?“ Mit diesem Titel als Leitbild hat sie Werke aus der reichhaltigen Sammlung des Kunstmuseums Basel zusammengestellt.

Wie deuten wir die Welt und welche religiös-sprituellen Ideen leiten uns dabei? „Making the World. Spirituelle Welten“ zeigt Objekte aus höchst unterschiedlichen Kulturen.

Und wer sich eher für Alte Meister oder die Werke aus dem 19. Jahrhundert interessiert, erlebt Arnold Böcklin im Hauptbau oder streift durch die Schwerpunkte der Sammlung bzw. das Kupferstichkabinett.

Was Sie davon haben? Es ist unglaublich erhebend Grösse zu erleben – in den Werken und bei den Gigant:innen der Kunst.

Notfalls, wenn Sie gar nicht nach Basel kommen, auch im virtuellen Rundgang durch das Archiv: https://kunstmuseumbasel.ch/de/ausstellungen/virtuelle-rundgaenge

Einen inspirierenden Sonntag für Sie,
herzlich Ihre Eva Mueller

 

Abb: Louise Bourgeois „I have been to hell and back“ 1996, 49.5×45.7, embroided handkerchief, Foto Christopher Burke, zu sehen im Kunstmuseum Basel bis 15.5.2022

 

 

Abb: Ruth Buchanan, Ausstellungsansicht mit Werken von Jean Frédérick Schnyder, Robert Gober und Ruth Bachanan in „Heute Nacht geträumt“, Foto Jonas Hänggi, bis 14.8.2022 im Kunstmuseum Basel