Ist das Kitsch?

Es fühlt sich so ähnlich an wie zu viel Zuckerguss. Klar, gerade jetzt zur Plätzchen- und Stollenzeit, süsslicher Liederbeschallung, niedlichen Engelchen und Nikoläusen bekommt manche:r nicht genug davon. Ist das nun Kitsch?

Im Wesentlichen geht es um Manipulation. Unechte Gefühle, die mit unseren echten Sehnsüchten spielen. Eine heile Welt vorspielen, ohne wirklich Trost und Zuversicht zu bieten. Weil Zuckerguss auf die Dauer nur schlechte Zähne und Bauchweh verursachen. Kitsch also letztlich das nicht hält, was er verspricht: Echte Freude.

Und woran erkennt man nun Kitsch?

Man kann alles übertreiben. Im Gegensatz zu herausragenden Kunstwerken gibt’s beim Kitsch immer noch eins drauf. Auf Kosten der Substanz. Wir brauchen keine Interpretation, die Aussage brüllt uns förmlich an. Es gibt nix zu entdecken: Keine Aufforderung zur eigenen Interpretation, zur Reflexion, zum Nachdenken. Wir erfahren ganz bestimmt nur das, was wir eh schon kennen, schnell einordnen, zuordnen, verstehen können.

Eine interessante Erklärung beschreibt Abraham Moles, Physiker und Philosoph in seiner „Psychologie des Kitsches“ (Hanser Verlag 1971). Er leitet den Begriff aus dem jiddischen Wort des verkitschen ab. Damit ist gemeint, dass man jemand etwas andreht, was der oder die ganz bestimmt nicht braucht.

Damit ist eigentlich alles gesagt.

Geniessen Sie die Adventszeit mit möglichst vielem, das wirklich Freude macht,
herzlich Ihre Eva Mueller

Abb.: Puppy von Jeff Koons, Guggenheim Bilbao. Kostenlose Nutzung. Pixabay by MoreLight

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