Sommerspecial Buchtipp 26/4 – was uns zu Menschen macht
„Was wir heute sind, verdanken wir weder Faustkeil noch Feuer. Was uns zu wirklich denkenden Menschen macht, ist die Kunst“, lese ich auf den Seiten der National Geographic.“ In der weltberühmten Höhle von Lascaux wird mir dieser Zusammenhang sehr deutlich.

Nur durch Zufall hatten sie 1940 vier junge Männer entdeckt. Nach eingehender wissenschaftlicher Untersuchung wurde sie 1948 öffentlich zugänglich. Leider hätte der Besuch von 1500 Personen pro Tag zur Zersetzung der wunderbaren Kunstwerke geführt. Um diese grossartigen Bildnisse weiterhin zugänglich zu erhalten, wurde Lascaux II und das Höhlenkunstzentrum Lascaux IV mit Repliken errichtet. So bleibt die ursprüngliche Höhle als UNESCO-Weltkulturerbe in ihrem Zustand erhalten.
Wie beeindruckend, vor diesen Höhlenmalereien zu stehen und zu erkennen, dass sie unsere Vorfahr:innen von 17000 Jahren in einer solchen Vielfalt an Techniken und ausdrucksstarken Felsbildern gestalteten.

Sehr wohltuend, wie Dr. Iris Newton, Archäologin der Universität Liverpool vorschnelle Interpretationen vermeidet, die sich nach einigen Jahren immer als Fehler erwiesen. Und sich stattdessen dem widmet, was es in der Höhle zu sehen gibt.
Wer auch immer die Aufgabe der Malerei übernahm (durch DNA Untersuchungen waren es vorwiegend Künstlerinnen), tat dies nicht allein zum persönlichen Vergnügen oder einer gewissen Auffassung von Ästhetik, schreibt Dr. Newton. Vom gewünschten Jagdglück bis zur kultischen Verehrung bewegen sich die Erklärungen. Heute geht man davon aus, dass sie sowohl spirituelle Erzählungen als auch gesellschaftliche Informationen vermittelten.
Ganz unabhängig davon handelt es sich um wunderbare Werke, so in die Felsen eingefügt, dass man ruhig von einem Gesamtkunstwerk sprechen kann.
Mit begeisterten Grüssen
Ihre Eva Mueller