Together – Begegnungen in Jordanien

Kunstberaterin Eva Mueller / Unternehmen privat
Artikel von Antje Ernst Motz in “Wirtschaft – Das IHK Magazin”

Offenheit und Verständnis zwischen Kulturen, Traditionen und Ländern mit künstlerischem Austausch zu fördern, diesen Weg hat Kunstberaterin Eva Mueller mit ihrer Ausstellung “Together” in Jordaniens Hauptstadt Amman mit großem Erfolg beschritten.

Zwei “Säulen” sind im Leben von Eva Mueller “immer wieder aufgetaucht”: Soziales Engagement und Kunst. Bereits im ersten Job nach dem Examen gelang es der  Münchnerin als Kunsttherapeutin im Strafvollzug, die beiden wichtigen Bestandteile ihres Lebens zu vereinen. In den achtziger Jahren gehörte sie dann zu den Gründerinnen des Münchner Frauen Kulturhauses. Als Leiterin der Galerie kuratierte Eva Mueller sieben Jahre lang Ausstellungen für die Stadt München.

Eine Tätigkeit, aus der heraus die gelernte Sozialpädagogin 1993 mit der in Grünwald ansässigen Kunstberatung speziell für Unternehmen ihr eigenes Unternehmen gründete. Mittlerweile hat sie in über 60 renommierten Unternehmen von der Deutschen Bank über die Metro Gruppe bis zur LBS Landesbausparkasse Vorstände und Führungskräfte bei der Kunstauswahl und Platzierung unterstützt. Wichtig ist Eva Mueller dabei die Wirkung der Kunstwerke auf den Betrachter. “Es geht mir immer um Menschen”, sagt Eva Mueller.

Das war der Grund, warum die  Münchnerin gemeinsam mit der jordanischen Journalistin Tamara Aqrabawi vor vier Jahren ein Kunstprojekt in der jordanischen Hauptstadt Amman in Angriff nahm und es sehr zielbewusst verwirklichte. Wenn in der momentan “angespannten Situation”, so Eva Mueller, “ständig die Unterschiede zwischen der arabischen und der europäischen Welt betont werden”, so war es die Idee der beiden Frauen, unter dem Titel “Together” über das Medium der Kunst zu mehr gegenseitigem Dialog anzuregen.

Die dafür konzipierte Ausstellung in der renommierten Jordan National Gallery in Amman zeigte Positionen von 28 Künstlerinnen und Künstlern aus 12 verschiedenen arabischen und europäischen Ländern. Mittlerweile ist die Ausstellung wieder abgebaut. Das Echo, freut sich Eva Mueller, in der westlichen und arabischen Presse war überwältigend. Andere arabische Museen, aber auch das Museum im pakistanischen Islamabad haben ihr Interesse an ähnlichen Ausstellungen angemeldet. Allerdings: Mit “Together” ausschließlich Kunst für die jordanische High-Society zu bieten, das wäre Eva Mueller entsprechend ihrer Vita zu wenig gewesen. Mehr noch zählte der Gedanke, mithilfe dieser Ausstellung “Menschen zu unterstützen und zu fördern, die momentan nur schwer ihre Grundbedürfnisse befriedigen können”.

Aus der Zusammenarbeit mit einer jordanischen Stiftung, die ein Stadtteilhaus in einem palästinensischen Flüchtlingslager am Rande von Amman betreibt, entstand die Idee, einen dreitägigen Workshop für Kinder mit den Künstlern der Ausstellung zu organisieren. Gemeinsam zu malen, zu fotografieren oder mit geringen Mitteln – Papier oder Bananenschalen – etwas herzustellen. Mit einfachen Worten: “Den Kindern zu zeigen, wir sind an Euch interessiert, wir wollen mehr über Euch und Eure Erfahrungen hören.”

Da würde es auch nicht zu der engagierten Beraterin passen, drei Tage vor Ort mit 65  Kindern Aktionen zu machen und dann geräuschlos die Zelte abzubrechen. Das Projekt wird mit der Schulung der Betreuer vor Ort fortgesetzt, es werden Fotoapparate oder Wasserfarben zur Verfügung gestellt oder dafür gesorgt, dass der alte Brennofen wieder auf Vordermann gebracht wird.

Die finanzielle Unterstützung läuft wie so häufig über den privaten Bereich. Wie zum Beispiel im vergangenen Jahr, als Eva Mueller mit ihrer Kunstberatung des 15. Jubiläum feierte und statt um Geschenke um eine Spende für ihr Projekt warb.